354/2012: Kultusministerin Kurth befördert Fachkräftemangel
Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Annekatrin Klepsch, erklärt zum Umgang der Kultusministerin mit der Erzieherausbildung:
Wenn Kultusministerin Kurth sich über mehr als 1500 Absolventen der Erzieherausbildung freut und den Lehrkräften der kommunalen und privaten Schulen dankt, dann handelt es sich um ein Trostpflaster des Kultusministeriums (SMK) in Verkennung der vorhandenen Probleme. Aufgrund der demographischen Entwicklung und des Erzieherbedarfs bundesweit steuert Sachsen ähnlich wie bei den Lehrern auf einen Pädagogenmangel hin.
Allein in Sachsen werden in den nächsten 15 Jahren mit mehr als 14.800 Erzieherinnen über 45 Jahren in Rente gehen. Darüber hinaus werden durch den Krippenausbau und Rechtsanspruch allein bis 2015 bundesweit fast 25.000 Erzieherinnen und Erzieher benötigt. Das SMK hat keine Übersicht, wie viele der in Sachsen ausgebildeten Fachkräfte aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen in andere Bundesländer abwandern.
Anstatt die Erzieherausbildung an den staatlichen Berufsschulzentren (BSZ) gezielt auszubauen und damit insbesondere die BSZ im ländlichen Raum zu stärken und junge Menschen dort zu halten, akzeptiert das SMK einen ungesteuerten Wildwuchs privater Bildungsträger mit zum Teil zweifelhafter Ausbildungsqualität und finanziellen Knebelverträgen für die Jugendlichen. Dieser Wildwuchs geht zudem auf Kosten der Lehrkräfte an den staatlichen Schulen, die zu ihrer eigentlichen Arbeit die Schulfremdenprüfungen abnehmen müssen.
Die Staatsregierung ist aufgefordert, dringend umzusteuern und den staatlichen Berufsfachschulen mehr Lehrkräfte für die Erzieherausbildung zuzuweisen, um das in Sachsen erreichte Fachkräfteniveau zu halten. Darüber hinaus muss die Kita-Landespauschale auf mindestens 2.400 Euro im nächsten Haushalt erhöht und der Betreuungsschlüssel gesenkt werden, damit junge Fachkräfte in Sachsen bleiben. Darüber hinaus sollten berufsbegleitend ausgebildete Erzieher erst ab dem 3. Ausbildungsjahr im Personalschlüssel mitgerechnet werden.
Veröffentlicht am:
16:04:14 17.07.2012 von Barbara Wegner
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