278/2014: Publizist für extrem rechte Blätter referiert bei Leipziger AfD

Köditz: AfD lässt Schafspelz fallen – Österreichischer Rechtsaußen Andreas Mölzer in Leipzig

Zur Einladung des österreichischen Rechtsaußen-Politikers Andreas Mölzer durch drei Landtagskandidaten der AfD sowie deren Parteiströmung „Patriotische Plattform“ zu einer Wahlkampfveranstaltung in Leipzig erklärt Kerstin Köditz, Sprecherin für Antifaschistische Politik der Fraktion DIE LINKE:

Die AfD hatte in der Vergangenheit Kreide gefressen und sich einen wahlweise liberalen oder konservativen Schafspelz umgehängt. Es war klar, dass dieser fallen würde. Aber dass dies so schnell und so deutlich passiert, überrascht doch: Landtagskandidaten der AfD haben keinen Geringeren als den früheren Berater von Jörg Haider, Andreas Mölzer, nach Leipzig eingeladen.

Mölzer betätigt sich bereits seit den achtziger Jahren als Publizist für extrem rechte Blätter. Außerdem trat er als Referent für die einschlägige „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) auf, die nach offizieller Wertung als „größte rechtsextreme Kulturvereinigung in Deutschland“ gilt. Weithin bekannt ist er in Österreich als Funktionär und Ideologe der rechtspopulistischen FPÖ. Im vergangenen Jahr war Mölzer an einem schwulenfeindlichen Aufmarsch in Paris beteiligt – an der Seite des „Front National“. Seine Kandidatur für die Europawahl hatte er jüngst unter Druck niedergelegt, nachdem er die EU als „Negerkonglomerat“ bezeichnet hatte. Damit war er selbst für die extrem rechten „Schwedendemokraten“ untragbar, die das geplante Europa-Bündnis mit der FPÖ platzen ließen.

Auch die AfD hatte in der Vergangenheit immer wieder eine Zusammenarbeit mit der FPÖ ausgeschlossen. Dass Mölzer jetzt in Leipzig auf Einladung der AfD über „Chancen patriotischer Parteien in Europa“ sprechen soll, ist entweder ein schlechter Witz – oder aber die „europäische Vision“, von der die AfD jedenfalls in Leipzig spricht, ist genauso gestrig wie der braune Referent. Diese Reise in die Vergangenheit zeigt, dass die AfD trotz aller öffentlichen Distanzierungen am rechten Rand fischen will.

Das kommt mir vor wie der Wolf, der Kreide frisst. Es passt aber andererseits zum obskuren AfD-Wahlprogramm zur Landtagswahl wie auch zu den Verbindungen etlicher Landtagskandidaten der AfD, so auch des Mit-Einladers Felix Koschkar, zur extremen Rechten. Gerade der sächsische Landesverband der AfD spielt bei diesen dubiosen Verflechtungen eine Vorreiterrolle.

 





Veröffentlicht am:
14:31:35 12.08.2014



 
 



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