193/2015: 8. Mai sollte baldmöglichst in Sachsen Gedenktag werden

Sodann: Linksfraktion begrüßt Signal aus SPD-Fraktion – 8. Mai sollte baldmöglichst auch in Sachsen offizieller Gedenktag sein

Zur heutigen Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion „Zum Tag der Befreiung Erinnerung an Krieg und Diktatur wachhalten“ erklärt Franz Sodann, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Frau Kliese war anwesend, als wir vor wenigen Tagen im Sächsischen Landtag unseren Gesetzentwurf zur Einführung eines Gedenktages 8. Mai begründet haben. Sie konnte gemeinsam mit den Koalitionsfraktionen auch unseren Änderungsantrag zur Kenntnis nehmen, mit dem wir den Formulierungswünschen der anderen Fraktionen um der Sache willen entgegengekommen sind. Dennoch schalteten CDU und SPD auf stur – im Unterschied dazu wurde in Brandenburg der 8. Mai als Gedenktag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Krieges eingeführt. In Thüringen haben die drei Regierungsfraktionen gerade eine entsprechende Initiative ergriffen.

Die Linksfraktion in Sachsen will mit ihren Veranstaltungen und Wortmeldungen anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa Zeichen der Versöhnung und Verständigung setzen. Deshalb werten wir die heutige Äußerung von Hanka Kliese von der SPD-Fraktion als Schritt in die richtige Richtung. Wir wollten nach dem Vorbild Mecklenburg-Vorpommerns einen solchen Gedenktag in Sachsen einführen und damit der Bitte der UNO entsprechen. Nachdem sich Brandenburg und Thüringen auf diesen Weg begeben haben, sollte Sachsen nicht nachstehen. Nicht zuletzt die unterirdische Polemik des Auer CDU-Oberbürgermeisters gegen den „Tag der Befreiung“ zeigt, dass die Erinnerungskultur gerade an diesem Tag im Freistaat noch intensiver Pflege bedarf. 

Anders als Frau Kliese sind wir allerdings der Meinung, dass die Verantwortung für den Inhalt der Gestaltung dieses Tages nicht an die nur wenigen noch lebenden Zeitzeugen und auch nicht an Gedenkstätten-Experten delegiert werden darf. Ja, wir suchen stets das Gespräch mit Zeitzeugen, zugleich sind wir uns aber der Verantwortung der aktiven Politikergenerationen bewusst, sich klar zu diesem Tag zu bekennen. Wie in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen. Denn gerade wir haben diesen Tag nötig – um unserer selbst willen, für die Zukunft als Mahnung und auch als Zeichen an diejenigen, die der Hölle entkommen sind und an die, die sie und uns davon befreit haben.



Veröffentlicht am:
14:16:16 08.05.2015



 
 



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