061/2017: Mehr Rentner müssen arbeiten, weil Rente nicht reicht

Schaper / Wehner: Immer mehr Rentner in Sachsen arbeiten, um Altersarmut zu entgehen – LINKE für echten Ruhestand in Würde

Zur Medienberichterstattung „Jeder fünfte Rentner verdient sich was dazu“ („Freie Presse“, 13.02.2017) erklärt die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Susanne Schaper:

Die Zahl der arbeitenden Rentner nimmt in Sachsen stetig zu. Waren es Ende 2013 noch 35.998 (20.421 Männer, 15.577 Frauen), betrug die Zahl Ende 2014 schon 37.285 (20.950 Männer, 16.335 Frauen). Im September 2015 waren insgesamt 39.050 (21.851 Männer, 17.199 Frauen) Rentner geringfügig beschäftigt und besserten somit ihre Rente auf (vgl. Kleine Anfragen „Rentner mit geringfügig entlohnter Beschäftigung in Sachsen“, Parlaments-Drucksachen 6/4997, 6/1422). Während es in den alten Bundesländern laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/arbeitsmarkt-immer-mehr-ruhestaendler-arbeiten-14610161.html) Rentner wirtschaftlich nicht nötig haben, neben der Rente weiterhin zu arbeiten, ist die Situation in den neuen Bundesländern eine völlig andere. Hier sind Menschen im Rentenalter oftmals gezwungen, weiter zu arbeiten, um der zunehmenden Altersarmut zu entgehen.

Gründe dafür sind das niedrige Rentenniveau, niedrigere Beitragszahlungen auf Grund niedriger Löhne, sowie die seit 27 Jahren bestehende Rentenmauer. Wir fordern daher von der Staatsregierung, sich endlich für eine Angleichung der Renten auf Bundesebene einzusetzen. Außerdem sollten alle Einkommensbezieher in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und Beitragsbemessungsgrenzen abgeschafft werden. Nur wenn alle Einkommen in voller Höhe berücksichtigt werden, kann das Rentenniveau steigen, ohne dass die Beitragszahler stärker belastet werden.

Der seniorenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Horst Wehner, ergänzt:

Es ist nicht hinnehmbar, dass 27 Jahre nach der deutschen Einheit die Renten im Osten immer noch nicht angeglichen sind. Wer ein Leben lang gearbeitet hat, sollte sich zur Ruhe setzen können, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Doch auch die Lebensleistung von Menschen, die jemanden zu Hause betreut haben oder eben keine ununterbrochene Erwerbsbiografie haben, muss anerkannt werden. Altersarmut muss verhindert und ein echter Ruhestand in Würde gewährleistet werden.





Veröffentlicht am:
13:46:08 13.02.2017



 
 



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