Feiks: Deutschland braucht den qualitätsfördernden Wettbewerb zweier bundesweiter Rundfunk-Hauptprogramme – ARD erhalten!

18. Oktober 2017  Antje Feiks, Pressemitteilungen

Zu den Vorschlägen des Chefs der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt Rainer Robra (CDU), das Erste Programm der ARD einzustellen, erklärt die medienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Antje Feiks:

„Wie wäre es, ab dem kommenden Jahr das Weihnachtsfest abzusagen? Schließlich könnte man für Geschenke, Gottesdienste und Glockengeläut auch die Osterfeiertage nutzen.

Das klingt absurd? Das ist es auch, dieser Vorschlag ist ähnlich sinnvoll wie der von Rainer Robra, das gemeinsame Programmangebot der ARD mit Tagesschau, Sportschau und Tatort einzustellen und die Zuschauer und Online-Nutzer stattdessen auf das ZDF zu verweisen. Gerade in Zeiten, in denen objektive Berichterstattung und Qualitätsjournalismus bitter notwendig sind, soll eine Sendung wie die Tagesschau, die genau das bieten kann, abgeschafft werden – obwohl sie fester Bestandteil des Lebens vieler Fernsehzuschauer ist?

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stehen heute vor großen Herausforderungen, sie müssen ihrem verfassungsgemäßen Bildungs-, Informations- und Unterhaltungsauftrag in einer sich dynamisch verändernden Medienwelt gerecht werden. Ich halte es für verantwortungslos, wenn ein Medienminister in dieser Lage ausgerechnet drei Dinge in Frage stellt: erstens die Flaggschiffe der ARD, die über eine hohe Zuschauerakzeptanz verfügen; zweitens die Online-Angebote, die unabdingbar sind, um heute ein jüngeres Publikum zu erreichen; und drittens den qualitätsfördernden Wettbewerb zwischen den beiden bundesweiten Hauptprogrammen.

Weshalb bläst ein CDU-Medienpolitiker zum Frontalangriff auf die öffentlichen Medienunternehmen, in einer Zeit, in der längst nicht mehr RTL und ProSiebenSAT1 die Hauptkonkurrenten von ARD und ZDF sind, sondern Facebook, Google, YouTube, Netflix und Co.? Ich kann mir das nur noch mit der Panik und der Konfusion der CDU nach der Bundestagswahl erklären.“