Schaper / Büchner zu Bischofswerda: Keine Geburtenstation schließen – stattdessen in Sachsen geschlossene wieder öffnen!

09. November 2017  Pressemitteilungen, Susanne Schaper

Zur drohenden Schließung der Geburtenstation in Bischofswerda erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Susanne Schaper:

Dass sich Geburtenstationen in verschiedenen Regionen oft kaum kostendeckend in den Krankenhäusern betreiben lassen, steht außer Frage. Nichtsdestotrotz muss es für Frauen möglich sein, auch in einer großen Kreisstadt wie Bischofswerda entbinden zu können. Man muss sich nicht wundern, dass die demografische Fehlentwicklung abseits der Metropolen derart voranschreitet, wenn man aus rein finanziellen Gründen immer mehr Infrastruktur aufgibt. Wenn man schon anfängt, über Schließungen von Geburtenstationen in großen Kreisstädten nachzudenken, fragt man sich, wo das noch hinführen soll.

Dass in gewissen Regionen Kinder nicht mehr das Licht der Welt erblicken können, ist ein völlig falsches Signal. Fachkräftemangel und Notstand in der medizinischen Versorgung sind zwei Seiten derselben fatalen Entwicklung.. Allein um Ärzte wieder in die ländlichen Räume zu bekommen, mussten bislang über 10 Millionen Euro in Sachsen aufgewendet werden. Die Staatsregierung ist daher gefordert, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um dafür zu sorgen, die Geburtenstation in Bischofswerda zu erhalten und dass die geschlossenen Geburtenstationen unter anderem in Stollberg und Sebnitz wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Krankenhäuser müssen in die Lage versetzt werden, Kinder zu entbinden und zu behandeln. In einem so hoch entwickelten Land muss es möglich sein, Kinder dort zu entbinden, wo man lebt. Und damit meinen wir nicht den Wald oder Straßengraben, weil die nächste Geburtenstation zu weit entfernt ist.

Ralph Büchner, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Kreistag des Landkreises Bautzen, fügt hinzu:

Wir werden es nicht hinnehmen, dass in der früheren Kreisstadt Bischofswerda nicht mal Kinder zur Welt kommen können. Deshalb werden wir auch den Druck auf Landrat Harig (CDU), den Aufsichtsratsvorsitzenden der Oberlausitz-Kliniken, erhöhen. Morgen werden wir über die weiteren Schritte unserer Kreistagsfraktion beraten. Unsere Stadträte kämpfen zusammen mit anderen Verantwortlichen in der Kommunalpolitik und vielen engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern für eine Zukunft der Geburtenstation im Krankenhaus Bischofswerda. Stadtrat Hans-Jürgen Stöber sagte treffend: „Die Ursachen liegen in der ganz großen Politik begründet. Hier bedarf es grundsätzlicher Änderungen. Wir haben viel verloren in der Stadt.“