Schaper: In Sachsen fehlen hunderte Hausärzte, Unterversorgung droht – jetzt fraktionsübergreifend Lösungen beraten!

02. Januar 2018  Pressemitteilungen, Susanne Schaper

Nach Angaben des Sozialministeriums fehlen in Sachsen mehr als 200 Hausärzte. In 22 von 47 Planungsbereichen drohe Unterversorgung, vor allem im Vogtland, im Erzgebirge, in der Oberlausitz und in weiteren ländlichen Gebieten. Dazu erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Susanne Schaper:

Dieser Zustand gefährdet die gesundheitliche Versorgung ganzer Landstriche, und er bedeutet auch einen Bruch des Koalitionsvertrages. Darin haben sich CDU und SPD „für eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und bezahlbare gesundheitliche Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen“ verbürgt. Seitdem sind mehr als drei Jahre vergangen, und noch immer fehlen Allgemeinmediziner.

Der Verweis auf das Stipendienprogramm für Landärzte vermag nicht zu beruhigen. Erst wenn die angehenden Allgemeinmediziner ihre Facharztausbildung abgeschlossen haben, wird sich zeigen, in welchem Umfang es die Lage entspannen kann. Angesichts der großen Versorgungslücke und des hohen Durchschnittsalters der praktizierenden Allgemeinärztinnen und -ärzte sind die Absolventenzahlen jedenfalls gering (Kleine Anfragen 6/4919 und 6/8808).

Die CDU sollte endlich den Mut haben, mit den demokratischen Fraktionen über Lösungen zu beraten. Die Vorschläge der Linksfraktion liegen auf dem Tisch (Antrag 6/11275). Dazu zählen etwa eine stärkere Zusammenarbeit aller gesundheitspolitischen Akteure, bessere Rahmenbedingungen für innovative Praxismodelle und mobile Angebote, eine Senkung des finanziellen Niederlassungsrisikos im ländlichen Raum, der Aufbau neuer Weiterbildungsstrukturen, mehr Studienkapazitäten im Bereich Humanmedizin oder Vereinbarungen mit den Universitäten, das Fach Allgemeinmedizin noch stärker in der Ausbildung zu berücksichtigen. Nicht zuletzt eine sektorenübergreifende Planung und Versorgung, die etwa durch noch mehr Medizinische Gesundheitszentren („Polikliniken“) ambulante und stationäre Strukturen verzahnt, kann helfen.