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DIE LINKE. Sachsen

Rico Gebhardt: Relevanter Teil der Außenhautsicherung war beim Einbruch ins Grüne Gewölbe inaktiv – Versagen oder Inside Job?

 

Der Vorsitzende der Linksfraktion, Rico Gebhardt, hatte sich angesichts einer SPIEGEL-Recherche zu Vorbereitungshandlungen der Täter nach neuen Erkenntnissen zum Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe in Dresden erkundigt (Drucksache 7/7733). Die Staatsregierung räumt in ihrer Antwort erstmals ein, dass die Außenhautsicherung an der betroffenen Stelle am Tattag inaktiv war. Wörtlich heißt es: „Zwar war das Residenzschloss im Tatzeitraum mit Scannern versehen, die bei der Erfassung einer Bewegung im Bereich der Fassade grundsätzlich Alarm auslösten. Das Einstiegsfenster wurde von diesen jedoch nur teilweise erfasst, da es zum Teil in einem toten Winkel lag. Die Öffnung, die die Tatverdächtigen in das Fenstergitter schnitten, befand sich dabei in diesem toten Winkel. Im vorbenannten Zeitraum der mutmaßlichen Vorbereitungshandlungen war der Scanner scharf geschaltet, löste jedoch nicht aus. Zum Tatzeitpunkt war der betreffende Scanner nicht scharf geschaltet, da die eingesetzten Wachschutzmitarbeiter einen Alarm vom Vortag der Tat zwar angenommen hatten, es in der Folge aber unterließen, den Scanner wieder scharf zu schalten.“

Rico Gebhardt erklärt dazu:

„Die Staatsregierung hat bestätigt, dass die Täter das historische Fenstergitter bereits Tage vor der Tat durchtrennt und danach wieder zusammengeklebt haben. Weshalb das niemandem auffiel, gehört zu den großen ungeklärten Fragen bei diesem Verbrechen. Jedenfalls seien ,einzelne Handlungen am Einstiegsfenster‘ auf den ausgewerteten Videoaufnahmen nicht erkennbar, weil der Bereich im Dunkeln liegt. Es war den Sicherheitsverantwortlichen wohl nicht in den Sinn gekommen, dass ein möglicher Einbruch nachts stattfinden könnte und deshalb Kameras erforderlich sind, die auch bei Dunkelheit brauchbares Material liefern.

Was mich aber neuerlich schockiert, ist das Eingeständnis, dass die Außenhautsicherung deshalb versagte, weil das Einstiegsfenster im toten Winkel lag und der entsprechende Scanner am Tattag nicht scharf geschaltet war. Ich will wissen, ob dies auf menschliches Versagen zurückzuführen ist oder ob die Täter vielleicht doch Insiderwissen hatten. Dazu werde ich bei der Staatsregierung weiter nachbohren und habe zunächst eine weitere Kleine Anfrage eingereicht.“