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DIE LINKE. Sachsen

Rico Gebhardt: Vitrinenglas im Grünen Gewölbe sollte vor allem schön aussehen – wann bezieht das Finanzministerium Stellung?

 

Unter der Überschrift „Eine Axt und acht Minuten“ hatte DER SPIEGEL in der Ausgabe 49/2019 über den Einbruchsdiebstahl ins Grüne Gewölbe vom 25. November 2019 berichtet: „Auf der Museumswebseite kann man sich auf einem virtuellen Rundgang mit den Örtlichkeiten vertraut machen. Und selbst sicherheitsrelevante, sensible Details sind öffentlich verfügbar. Wer bei Google die Begriffe ,Grünes Gewölbe' und ,Vitrinengläser' eingibt, findet schon auf der ersten Seite einen Link zum Hersteller. Der wirbt auf seiner Seite mit dem ,Referenzobjekt Grünes Gewölbe' und gibt genaue Auskunft zu dem Glas, das er für die Vitrinen verwendet hat (,Verbundsicherheitsglas 5-5-2 extraweiß' beziehungsweise ,Verbundsicherheitsglas aus ESG 8-8-4 extraweiß'). Wer das liest, weiß, welche Axt er nehmen muss, um die Vitrine zu zerstören.“

Vor diesem Hintergrund hatte der Vorsitzende der Linksfraktion, Rico Gebhardt, die Staatsregierung zur Auswahl des Glases für die aufgebrochene Vitrine befragt (Drucksache 7/8377). Demnach wurden die Vitrinen 2006 errichtet und seitdem nicht verändert. Die Leistung wurde freihändig vergeben. An der Planung waren das Landeskriminalamt, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement und das Landesamt für Denkmalpflege beteiligt. Ferner heißt es: „Die Räume und deren Ausstattung, so auch die Vitrinen, sollten als authentisches Gesamtkunstwerk wiederentstehen, in denen die Präsentation der Kunstobjekte gleichfalls hohen musealen Ansprüchen gerecht wird. […] Das eingesetzte facettierte Verbundscheibensicherheitsglas entsprach den historischen Glastüren im Grünen Gewölbe und gleichzeitig im Hinblick auf Reflektionseigenschaften sowie auf eine neutrale Farbwiedergabe der gewünschten Präsentationswirkung.“ Das verwendete Glas habe den Vorgaben entsprochen.

Rico Gebhardt erklärt:

„Auch diese Antwort lässt mich fassungslos zurück. Meine Vermutung, dass man an der falschen Stelle gespart hat, wurde umfassend bestätigt. Die Antwort der Staatsregierung kann man wie folgt zusammenfassen: Es sollte vor allem anderen so schön aussehen wie die alten Glastüren im Gewölbe und verantwortlich ist niemand, weil viele Institutionen an der Planung beteiligt waren.

Das Bild eines umfassenden Versagens vor allem aufseiten des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement wird immer klarer. Es ist höchste Zeit, dass das Finanzministerium als Behörde der Dienst- und Fachaufsicht Stellung bezieht.“