Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Antje Feiks: Dorfladen, Konsum und Co. eine Zukunft geben – Landesinitiative „Dorfläden in Sachsen“ starten!

 

Die Linksfraktion fordert ein Landes-Programm „Dorfläden in Sachsen“ (Drucksache 7/893). Bürgerschaftliche Eigeninitiative soll langfristig unterstützt werden, um die Nahversorgung zu verbessern. Die Landesregierung soll besser über bestehende Fördermöglichkeiten informieren und zudem einen „Dorfladen-Leitfaden“ für die Gründung, die Einrichtung und den Betrieb von Dorfläden erstellen. Eine „Stabsstelle Nahversorgung in den Dörfern“ soll unterstützend tätig werden, etwa bei der Beantragung und Vergabe von Fördermitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) bzw. der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK). Zudem sollen Gründerinnen und Gründer bei der Standortwahl und der Nutzungsüberlassung geeigneter Immobilien Hilfe vom Freistaat und den Kommunen bekommen.  

Dazu erklärt Antje Feiks, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für den ländlichen Raum:

„Der Markt versagt in vielen Bereichen – auch bei der Nahversorgung. Nicht einmal die Hälfte der Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern haben noch ein Lebensmittelgeschäft mit Vollsortiment. Die Zahl der Dorfläden sank von 2010 bis 2017 um rund 47 Prozent, von 32 auf 17. Es gibt nicht einmal sichere Daten dazu, wie viele Dorfläden Sachsen seit 2014 gefördert hat – das Wirtschaftsministerium gibt sechs über LEADER geförderte Läden an, das Umweltministerium 327.

Klar ist: Wir haben in Sachsen Handlungsbedarf. Bayern, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein helfen bereits Bürgerinnen und Bürgern, die sich vor Ort für die Versorgung engagieren wollen. Dorfläden sind viel mehr als Einkaufsmöglichkeiten: Sie können regionale Wirtschaftskreisläufe stützen, Langzeiterwerbslosen eine Chance bieten oder Stützpunkt sein für die Organisation von Dorffesten und anderweitigen Begegnungen. Viele weitere Möglichkeiten sind denkbar, die sich auf einen solchen Laden stützen und zu seiner Wirtschaftlichkeit beitragen könnten: Vor-Ort-Sprechstunden von Ämtern und Behörden, Gastronomie (Café, Imbiss, Catering), Gesundheits- und Pflegedienste, Frisör, Post-, Paket-, Kopier-, Fax-, Internetdienste, Bankdienste, Bargeldservice, Kinderbetreuung, Jugend-, Seniorentreff, kulturelle Veranstaltungen, Bildung, Kurse aller Art.

Wir erwarten von der Staatsregierung ein breites und entschlossenes Vorgehen anstelle eines mageren Modellprojekts, mit dem die CDU offensichtlich in den Koalitionsverhandlungen weitergehende Forderungen abgewehrt hat.“