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DIE LINKE. Sachsen

Antonia Mertsching: Vor dem Wolf braucht nicht mal Rotkäppchen Angst haben!

 

Anlässlich der heutigen Anhörung zum Wolfsmanagement im Ausschuss für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft möchte die Linksfraktion Sachsen mit ein paar Märchen über den Wolf aufräumen. Antonia Mertsching, Lausitzer Abgeordnete und Sprecherin für Umweltpolitik führt aus:

(1) Bejagung löst keine der Herausforderungen, die durch den Wolf entstehen
Weder die Gefahr vor Übergriffen auf Weidetiere noch der Wunsch nach Bestandsregulierung würden durch das Bejagen des Wolfes gelöst werden. Der beste Schutz vor Wolfsübergriffen auf Weidetiere ist ein funktionierender Herdenschutz. Haben Wölfe gelernt, dass Weidetiere keine leichte Beute sind, meiden sie diese. Ihre Nachkommen lernen von den Eltern diese Lektion. Wird ein einzelner Wolf geschossen, können die anderen Tiere gar nicht aus dem Zusammenhang lernen. Auch der Bestand lässt sich nicht zusammenschießen. Innerhalb eines Reviers kann die Zahl der Individuen nicht steigen. Die Tiere leben innerhalb des von ihnen besetzten Territoriums im Familienverband. Bejagung kann sich sogar negativ auf gefestigte Sozialstrukturen (Elterntiere) auswirken, wenn diese zerstört werden und damit die Versorgung des Rudels gefährdet wird.

(2) Wolfsrudel werden nicht größer und es gibt auch nicht zu viele Wölfe in Deutschland
Ein Rudel in der freien Wildbahn besteht meist nur aus einem Familienverbund, bestehend aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen. Sobald die Wölfe ein bis zwei Jahre alt sind, setzen sie sich von der Familie oder dem Rudel ab, bevor ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen den erwachsenen Tieren entstehen. Durch das Abwandern der Jungtiere werden aber immer mehr leere Reviere besetzt. Die Population innerhalb eines Bezugsraums kann nur so lange steigen, wie freie Lebensraumkapazitäten vorhanden sind. Die sind nach einer Studie des Bundesamts für Naturschutz zur Potentialanalyse möglicher Wolfsterritorien in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft.

(3) Vor dem Wolf braucht nicht mal Rotkäppchen Angst haben!
Bisher hat kein Wolf in Deutschland einem Menschen etwas zuleide getan, der Mensch dem Wolf hingegen schon. Immer wieder werden die Tiere gewildert, in einigen Fällen wurden sie sogar enthauptet und ihre Kadaver so abgelegt, dass sie gefunden werden mussten. In den Medien überbieten sich zum Teil die Schlagzeilen. Populismus, gepaart mit Fehlinformationen durch mangelnden Faktencheck sind eine ungute Entwicklung für den Wolf und dessen gesellschaftliche Akzeptanz. Dass es heute wieder Wölfe in Deutschland gibt, ist gut für die Artenvielfalt und ein Erfolg des Umwelt- und Naturschutzes der letzten Jahrzehnte. Der Mensch ist aufgefordert, sich anzupassen: Wo der Wolf auf den Menschen trifft, liegt es in der Verantwortung des Menschen, dem Raubtier sensibel zu begegnen: Ein Leitfaden "Was tun, wenn ich einem Wolf begegne" findet sich unter www.wolf.sachsen.de.“


Pressemeldungen

DIE LINKE. Sachsen

Antonia Mertsching: Vor dem Wolf braucht nicht mal Rotkäppchen Angst haben!

 

Anlässlich der heutigen Anhörung zum Wolfsmanagement im Ausschuss für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft möchte die Linksfraktion Sachsen mit ein paar Märchen über den Wolf aufräumen. Antonia Mertsching, Lausitzer Abgeordnete und Sprecherin für Umweltpolitik führt aus:

(1) Bejagung löst keine der Herausforderungen, die durch den Wolf entstehen
Weder die Gefahr vor Übergriffen auf Weidetiere noch der Wunsch nach Bestandsregulierung würden durch das Bejagen des Wolfes gelöst werden. Der beste Schutz vor Wolfsübergriffen auf Weidetiere ist ein funktionierender Herdenschutz. Haben Wölfe gelernt, dass Weidetiere keine leichte Beute sind, meiden sie diese. Ihre Nachkommen lernen von den Eltern diese Lektion. Wird ein einzelner Wolf geschossen, können die anderen Tiere gar nicht aus dem Zusammenhang lernen. Auch der Bestand lässt sich nicht zusammenschießen. Innerhalb eines Reviers kann die Zahl der Individuen nicht steigen. Die Tiere leben innerhalb des von ihnen besetzten Territoriums im Familienverband. Bejagung kann sich sogar negativ auf gefestigte Sozialstrukturen (Elterntiere) auswirken, wenn diese zerstört werden und damit die Versorgung des Rudels gefährdet wird.

(2) Wolfsrudel werden nicht größer und es gibt auch nicht zu viele Wölfe in Deutschland
Ein Rudel in der freien Wildbahn besteht meist nur aus einem Familienverbund, bestehend aus dem Elternpaar und dessen Nachkommen. Sobald die Wölfe ein bis zwei Jahre alt sind, setzen sie sich von der Familie oder dem Rudel ab, bevor ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen den erwachsenen Tieren entstehen. Durch das Abwandern der Jungtiere werden aber immer mehr leere Reviere besetzt. Die Population innerhalb eines Bezugsraums kann nur so lange steigen, wie freie Lebensraumkapazitäten vorhanden sind. Die sind nach einer Studie des Bundesamts für Naturschutz zur Potentialanalyse möglicher Wolfsterritorien in Deutschland noch lange nicht ausgeschöpft.

(3) Vor dem Wolf braucht nicht mal Rotkäppchen Angst haben!
Bisher hat kein Wolf in Deutschland einem Menschen etwas zuleide getan, der Mensch dem Wolf hingegen schon. Immer wieder werden die Tiere gewildert, in einigen Fällen wurden sie sogar enthauptet und ihre Kadaver so abgelegt, dass sie gefunden werden mussten. In den Medien überbieten sich zum Teil die Schlagzeilen. Populismus, gepaart mit Fehlinformationen durch mangelnden Faktencheck sind eine ungute Entwicklung für den Wolf und dessen gesellschaftliche Akzeptanz. Dass es heute wieder Wölfe in Deutschland gibt, ist gut für die Artenvielfalt und ein Erfolg des Umwelt- und Naturschutzes der letzten Jahrzehnte. Der Mensch ist aufgefordert, sich anzupassen: Wo der Wolf auf den Menschen trifft, liegt es in der Verantwortung des Menschen, dem Raubtier sensibel zu begegnen: Ein Leitfaden "Was tun, wenn ich einem Wolf begegne" findet sich unter www.wolf.sachsen.de.“