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Brünler / Schaper: Traditionsunternehmen Union Chemnitz steht vor dem Aus – Staatsregierung darf nicht tatenlos zuschauen!

 

Zur dramatischen Situation beim Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauer Union erklären die beiden Chemnitzer Abgeordneten Nico Brünler und Susanne Schaper, in der Landtagsfraktion der LINKEN für Arbeitsmarkt- bzw. Sozialpolitik verantwortlich:

Nun ist es offiziell. Nach Auskunft die Herkules-Unternehmensgruppe, zu welcher der traditionsreiche Werkzeugmaschinenbauer Union Chemnitz inzwischen gehört, soll der Betrieb zum Ende des Jahres geschlossen werden. Es wiederholt sich, was Beschäftigte im Osten in den letzten Jahren immer wieder erleben mussten: Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten tragen sie die Hauptlasten. Ihre Standorte werden geschlossen.

Nach der Übernahme der Union durch Herkules wurde das Chemnitzer Werk in den letzten Jahren massiv um- und rückgebaut. Stellen durch altersbedingte Abgänge wurden nicht neu besetzt, Lehrlinge bekommen keine unbefristeten Arbeitsverträge. Die Konzernleitung ließ das Personal bei Union Chemnitz ausbluten. Gleichzeitig wurden Maschinen und Technik ersatzlos ausgelagert. Die Union wurde zur verlängerten Werkbank. Die bei der Übernahme zugesagte Eigenständigkeit von Union Chemnitz war seit langem nicht mehr existent. Einer der weltweit führenden Hersteller von Horizontal-Bohr- und Fräsmaschinen wurde ausgeschlachtet und an die Wand gefahren.

Die Staatsregierung lässt auf Nachfrage von Abgeordneten nur mitteilen, dass sie dem Unternehmen einen hohen Stellenwert für den Industriestandort Chemnitz beimisst, ansonsten aber keinerlei Bedarf zum Handeln oder zu Gesprächen mit den Eigentümern sieht! Womöglich reicht es doch nicht aus, wenn SPD-Wirtschaftsminister Dulig monatlich zu großen Auslandsreisen aufbricht und dort für schöne Bilder sorgt, Probleme im eigenen Land, die sich seit Monaten anbahnen, jedoch nicht sehen will.

Dabei geht es nicht nur darum, Fördermittel in Aussicht zu stellen. Bereits 1996 wurde das Werk schon einmal vor dem drohenden Aus gerettet und als Mitarbeitergesellschaft weitergeführt. Wir brauchen auf Landesebene endlich ein wirksames Finanzierungsinstrument und die nötigen Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, dass Unternehmen von der Belegschaft übernommen und in Selbstverwaltung oder als Genossenschaften fortgeführt werden können.