Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
DIE LINKE. Sachsen

Franz Sodann: Kunst und Kultur unter Pandemiebedingungen ermöglichen – sonst sind die Folgen verheerend

 

Zur gestrigen Anhörung im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft zu den Auswirkungen der Corona-Politik der Landesregierung auf Kunst und Kultur erklärt Franz Sodann, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion und Schauspieler von Beruf:

„Sachsen bekennt sich in seiner Verfassung, ein der Kultur verpflichteter sozialer Rechtsstaat zu sein. Um diese Verpflichtung ist es derzeit schlecht bestellt. Die Sachverständigen zeichneten ein düsteres Bild von der Lage in Kunst und Kultur. Weniger die öffentlich geförderten Einrichtungen und deren Personal haben um die Existenz zu kämpfen, dank der öffentlichen Förderung werden sie wohl über die Runden kommen. Hingegen ist die Lage in den freien Künsten dramatisch. Angesichts der politisch verordneten Schließung von Einrichtungen der Kunst und Kultur sind viele Kreative in ihrer Existenz bedroht. Der Markt, auf den diese Kunstschaffenden und Soloselbständigen sowie das dazugehörige Dienstleistungspersonal angewiesen sind, ist weggebrochen.

Kultusminister Christian Piwarz meint, die Forderung nach Schulschließungen möge zwar aus epidemiologischer Sicht verständlich sein, ,aber aus pädagogischer Sicht wäre dies verheerend‘. Ich sage: Es ist ebenso wie bei Schulen nicht nachgewiesen, dass Theater, Konzerthäuser und Kinos die Pandemie anheizen, sofern die Hygieneauflagen eingehalten werden. Sie geschlossen zu halten wäre aus kulturpolitischer und aus wirtschaftspolitischer Sicht verheerend. Ich fordere die Staatsregierung auf, Kunst und Kultur umgehend die Ausübung ihrer Tätigkeit zu ermöglichen, soweit das unter Pandemie-Bedingungen möglich ist (Drucksache 7/4439).

Zudem benötigen die vielen Kreativen und Solo-Selbständigen ein befristetes Grundeinkommen von 1.180 Euro im Monat, das ihre Lebenshaltungskosten abdeckt. Je länger die Schließung andauert, desto größer werden ihre Existenzsorgen. Die Hoffnung auf eine baldige Reaktivierung der kulturellen Infrastruktur trügt. Auch das machten die Sachverständigen unmissverständlich deutlich. Unter den gegebenen Umständen ist keine langfristige Planung von Veranstaltungen und Projekten möglich. Langfristige Ausfälle im künstlerischen und kulturellen Angebot und der Infrastruktur sind also vorprogrammiert. Die Corona-Schutz-Maßnahmen müssen nachvollziehbar sein – an dieser Stelle sind sie es nicht.

Die Vielfalt kultureller Angebote, Einrichtungen und Sichtweisen ist ein Wert an sich, den es zu schützen gilt. Kulturpolitik hat die Aufgabe, ein Geflecht öffentlicher Einrichtungen, freier Projekte und privater Initiativen zu ermöglichen, das ein vielfältiges Angebot für alle Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern bereitstellt. Deshalb braucht es jetzt eine Diskussion über ein Entwicklungskonzept für Kunst und Kultur, wie deren Vielfalt auch in Zukunft erhalten werden kann.“


Pressemeldungen

DIE LINKE. Sachsen

Franz Sodann: Kunst und Kultur unter Pandemiebedingungen ermöglichen – sonst sind die Folgen verheerend

 

Zur gestrigen Anhörung im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft zu den Auswirkungen der Corona-Politik der Landesregierung auf Kunst und Kultur erklärt Franz Sodann, kulturpolitischer Sprecher der Linksfraktion und Schauspieler von Beruf:

„Sachsen bekennt sich in seiner Verfassung, ein der Kultur verpflichteter sozialer Rechtsstaat zu sein. Um diese Verpflichtung ist es derzeit schlecht bestellt. Die Sachverständigen zeichneten ein düsteres Bild von der Lage in Kunst und Kultur. Weniger die öffentlich geförderten Einrichtungen und deren Personal haben um die Existenz zu kämpfen, dank der öffentlichen Förderung werden sie wohl über die Runden kommen. Hingegen ist die Lage in den freien Künsten dramatisch. Angesichts der politisch verordneten Schließung von Einrichtungen der Kunst und Kultur sind viele Kreative in ihrer Existenz bedroht. Der Markt, auf den diese Kunstschaffenden und Soloselbständigen sowie das dazugehörige Dienstleistungspersonal angewiesen sind, ist weggebrochen.

Kultusminister Christian Piwarz meint, die Forderung nach Schulschließungen möge zwar aus epidemiologischer Sicht verständlich sein, ,aber aus pädagogischer Sicht wäre dies verheerend‘. Ich sage: Es ist ebenso wie bei Schulen nicht nachgewiesen, dass Theater, Konzerthäuser und Kinos die Pandemie anheizen, sofern die Hygieneauflagen eingehalten werden. Sie geschlossen zu halten wäre aus kulturpolitischer und aus wirtschaftspolitischer Sicht verheerend. Ich fordere die Staatsregierung auf, Kunst und Kultur umgehend die Ausübung ihrer Tätigkeit zu ermöglichen, soweit das unter Pandemie-Bedingungen möglich ist (Drucksache 7/4439).

Zudem benötigen die vielen Kreativen und Solo-Selbständigen ein befristetes Grundeinkommen von 1.180 Euro im Monat, das ihre Lebenshaltungskosten abdeckt. Je länger die Schließung andauert, desto größer werden ihre Existenzsorgen. Die Hoffnung auf eine baldige Reaktivierung der kulturellen Infrastruktur trügt. Auch das machten die Sachverständigen unmissverständlich deutlich. Unter den gegebenen Umständen ist keine langfristige Planung von Veranstaltungen und Projekten möglich. Langfristige Ausfälle im künstlerischen und kulturellen Angebot und der Infrastruktur sind also vorprogrammiert. Die Corona-Schutz-Maßnahmen müssen nachvollziehbar sein – an dieser Stelle sind sie es nicht.

Die Vielfalt kultureller Angebote, Einrichtungen und Sichtweisen ist ein Wert an sich, den es zu schützen gilt. Kulturpolitik hat die Aufgabe, ein Geflecht öffentlicher Einrichtungen, freier Projekte und privater Initiativen zu ermöglichen, das ein vielfältiges Angebot für alle Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern bereitstellt. Deshalb braucht es jetzt eine Diskussion über ein Entwicklungskonzept für Kunst und Kultur, wie deren Vielfalt auch in Zukunft erhalten werden kann.“