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DIE LINKE. Sachsen

Franz Sodann: Neustart in Kunst und Kultur am Runden Tisch debattieren!

 

Mit dem Prioritätenantrag fordert die Linksfraktion heute im Landtag „Mehr Kulturpolitik wagen: Runden Tisch für eine langfristige und tragfähige Perspektive der Kunst und Kultur in Sachsen einrichten“ (Drucksache 7/5416). Dazu sagt Franz Sodann, Sprecher für Kulturpolitik:

„Wir haben in den letzten Wochen verschiedentlich eine neue Kultur der Runden Tische gefordert, damit unsere Gesellschaft die Pandemiefolgen konstruktiv und demokratisch bewältigen kann. Das gilt auch für den Kulturbereich. Die Staatsministerin für Kultur und Tourismus sollte Vertreterinnen und Vertreter aus Organisationen, Verbänden und Interessenvertretungen der Kunst und Kultur an den Tisch holen. Dort soll eine langfristige Strategie für den Neustart der Kultur entstehen, die in einem Kulturentwicklungsplan oder einem Landeskulturkonzept festgehalten wird.

Für den Kulturbereich dauert der Lockdown faktisch seit einem Jahr an und es ist angesichts des Infektionsgeschehens weiter unklar, wann die Kultureinrichtungen öffnen können. Trotz finanzieller Unterstützung von Bund und Land ist die Lage der Kulturschaffenden dramatisch, besonders in den freien darstellenden Künsten. Neue Zahlen einer Analyse des Kompetenzzentrums der Kultur und Kreativwirtschaft zeigen einen Umsatzrückgang von 85 Prozent im vergangenen Jahr. Weiter stark betroffen sind die Musikwirtschaft mit 54 Prozent und der Kunstmarkt mit 51 Prozent Umsatzausfall. Für 2021 wird mit ähnlichen Zahlen gerechnet.

Vor allem die zahlreichen Solo-Selbstständigen, die hybrid Beschäftigten sowie die kleinen Betriebe ohne hohe Betriebskosten fielen in der Vergangenheit bei den Wirtschaftshilfen des Bundes durchs Raster. Je länger der Stillstand in Kunst und Kultur andauert, desto größer werden die Existenznöte von Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden, die sie in die Jobsuche treiben. Intellektuelle und mentale Kapazitäten, die durch eine lange Produktionsunterbrechung brachliegen, lassen sich nur schwer wiederbeleben. Einmal zerfallene kulturelle Milieus können nicht in gleicher Weise wiederhergestellt werden wie ein Gebäude.

Die Kulturschaffenden brauchen Perspektiven, und zwar nicht bis zur Öffnung, sondern auch für einen wirtschaftlichen Betrieb nach Wiedereröffnung. Denn aufgrund von Hygienemaßnahmen wird eine volle Auslastung mit Besucherinnen und Besuchern nicht möglich sein. Wir müssen grundsätzlich diskutieren, wie es mit Kunst und Kultur hier in Sachsen weitergehen soll. Blickt man in den Regierungsentwurf für den Landeshaushalt, der den Status Quo bei leichten Kürzungen hält, dann muss man konstatieren. Diese Regierung glaubt offenbar, dass nach Öffnungen alles gut sein wird. Das aber ist falsch.“


Pressemeldungen

DIE LINKE. Sachsen

Franz Sodann: Neustart in Kunst und Kultur am Runden Tisch debattieren!

 

Mit dem Prioritätenantrag fordert die Linksfraktion heute im Landtag „Mehr Kulturpolitik wagen: Runden Tisch für eine langfristige und tragfähige Perspektive der Kunst und Kultur in Sachsen einrichten“ (Drucksache 7/5416). Dazu sagt Franz Sodann, Sprecher für Kulturpolitik:

„Wir haben in den letzten Wochen verschiedentlich eine neue Kultur der Runden Tische gefordert, damit unsere Gesellschaft die Pandemiefolgen konstruktiv und demokratisch bewältigen kann. Das gilt auch für den Kulturbereich. Die Staatsministerin für Kultur und Tourismus sollte Vertreterinnen und Vertreter aus Organisationen, Verbänden und Interessenvertretungen der Kunst und Kultur an den Tisch holen. Dort soll eine langfristige Strategie für den Neustart der Kultur entstehen, die in einem Kulturentwicklungsplan oder einem Landeskulturkonzept festgehalten wird.

Für den Kulturbereich dauert der Lockdown faktisch seit einem Jahr an und es ist angesichts des Infektionsgeschehens weiter unklar, wann die Kultureinrichtungen öffnen können. Trotz finanzieller Unterstützung von Bund und Land ist die Lage der Kulturschaffenden dramatisch, besonders in den freien darstellenden Künsten. Neue Zahlen einer Analyse des Kompetenzzentrums der Kultur und Kreativwirtschaft zeigen einen Umsatzrückgang von 85 Prozent im vergangenen Jahr. Weiter stark betroffen sind die Musikwirtschaft mit 54 Prozent und der Kunstmarkt mit 51 Prozent Umsatzausfall. Für 2021 wird mit ähnlichen Zahlen gerechnet.

Vor allem die zahlreichen Solo-Selbstständigen, die hybrid Beschäftigten sowie die kleinen Betriebe ohne hohe Betriebskosten fielen in der Vergangenheit bei den Wirtschaftshilfen des Bundes durchs Raster. Je länger der Stillstand in Kunst und Kultur andauert, desto größer werden die Existenznöte von Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden, die sie in die Jobsuche treiben. Intellektuelle und mentale Kapazitäten, die durch eine lange Produktionsunterbrechung brachliegen, lassen sich nur schwer wiederbeleben. Einmal zerfallene kulturelle Milieus können nicht in gleicher Weise wiederhergestellt werden wie ein Gebäude.

Die Kulturschaffenden brauchen Perspektiven, und zwar nicht bis zur Öffnung, sondern auch für einen wirtschaftlichen Betrieb nach Wiedereröffnung. Denn aufgrund von Hygienemaßnahmen wird eine volle Auslastung mit Besucherinnen und Besuchern nicht möglich sein. Wir müssen grundsätzlich diskutieren, wie es mit Kunst und Kultur hier in Sachsen weitergehen soll. Blickt man in den Regierungsentwurf für den Landeshaushalt, der den Status Quo bei leichten Kürzungen hält, dann muss man konstatieren. Diese Regierung glaubt offenbar, dass nach Öffnungen alles gut sein wird. Das aber ist falsch.“