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Jalaß: Exzellenzinitiative verschärft Spaltung der Hochschul-landschaft – gegen kapitalistische Bestenauslese in der Bildung!

 

Zur Entscheidung, die TU Dresden in der Gruppe der Exzellenz-Universitäten zu belassen, erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, René Jalaß:

„Public-Viewing kennt man ja sonst nur vom Fußball, aber heute läuft es eben auch an den Hochschulen – leider. Nur die Besten gewinnen. Der Unterschied: Fußball ist Sport, Hochschulen sollten freie, demokratische und vielfältige Bildungsräume sein. Maßnahmen wie die Exzellenzstrategie sorgen dafür, dass unter den Hochschulen der Machtkampf ausbricht.

Die TU Dresden hat dieses Mal gewonnen. Sie darf sich weiter Exzellenzuniversität nennen. Besonders freuen wir uns für die vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die dafür gesorgt haben und nun mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter beschäftigt werden können.

Wir kritisieren aber grundsätzlich die kapitalistische Förderung von Spitzenforschung zulasten der Breitenforschung. Die Exzellenzstrategie fördert auch unhaltbare Arbeitsbedingungen an den Hochschulen – das muss aufhören. Es bleibt ein fatales Signal, dass die TU Dresden die einzige ostdeutsche Universität ist, die überhaupt eine Chance auf den Titel Exzellenzuniversität hatte. Denn es geht um viel Geld.  

Die Mittel für die Exzellenzstrategie konzentrieren sich auf wenige, ohnehin forschungsstarke Universitäten. So werden die Unterschiede zwischen den Hochschulen verstärkt. Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die nicht am Wettbewerb teilnehmen, werden ausgegrenzt. Die Schieflage in der Finanzierung der Hochschul- und Forschungslandschaft wird zementiert. Die irrwitzige Idee eines Wettbewerbs im Bildungswesen ist problematisch – es droht die Unterscheidung zwischen Hochschulen erster und zweiter Klasse. Zudem sind leider auch keine geisteswissenschaftlichen Forschungsprojekte in die Auswahl gekommen. Gerade die Geisteswissenschaften werden bei der Vergabe von Forschungsgeld immer vernachlässigt und sind doch gerade in der heutigen Zeit so wichtig.

DIE LINKE fordert, die zur Verfügung stehenden Mittel bedarfsgerecht über einen einheitlichen Förderungsschlüssel in der Breite den Hochschulen für Forschung UND Lehre zur Verfügung zu stellen und zu verstetigen – damit die Grundfinanzierung endlich gesichert werden kann.“