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LINKE Abgeordnete besuchten den Chemnitzer FC: Wir werden unterstützen, erwarten aber eine klare Haltung

 

Im Rahmen der Frühjahrstour des Fraktionsvorsitzenden Rico Gebhardt besuchten die Chemnitzer LINKEN-Landtagsabgeordneten heute den Chemnitzer FC und sprachen mit dem Insolvenzverwalter. Danach erklären der Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt sowie die Chemnitzer Abgeordneten Susanne Schaper, Klaus Bartl und Nico Brünler:

„Der Chemnitzer FC hat bereits in den letzten Jahren für Diskussionen gesorgt – wegen des Stadionbaus, der in der Kritik stehenden Arbeit des ehemaligen Vorstandes, des Insolvenzverfahrens oder der wiederholten Unterstützungsleistungen seitens der Stadt Chemnitz. Die Beschlüsse zur Zuwendung von Steuermitteln an den Verein wurden auch von der Fraktion DIE LINKE im Chemnitzer Rat mehrheitlich mitgetragen, und das nicht ohne Grund: Der CFC steht nicht nur in der Tradition des FC Karl-Marx-Stadt, sondern auch heute noch im Profifußballbereich stellvertretend für unsere Stadt, zumal als ehemaliger ostdeutscher Meister. Der Verein ist ein Identifikationspunkt für viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer und hat in der Vergangenheit viele Sponsoren angelockt, darunter große regionale Unternehmen wie VW, eins Energie oder die Sparkasse Chemnitz.

Auch wir sind erschüttert angesichts der von Vereinsverantwortlichen mindestens geduldeten Gedenkveranstaltung für den Gründer der 2007 aufgelösten Hooligan-Gruppe ‚HooNaRa‘ (Hooligans, Nazis, Rassisten). Auch dem Letzten ist wohl inzwischen klar geworden, dass es keinen nachvollziehbaren Grund geben kann, eine solche Huldigung zuzulassen. Ob die Polizeibehörden die verantwortlichen Veranstalter ausreichend unterstützt und begleitet haben, muss aufgeklärt werden. Wir wollen es nicht hinnehmen, dass die gute Arbeit, die der CFC über lange Jahre im Profi-Fußball- oder Nachwuchsbereich geleistet hat, in den Schatten des Neonazismus-Vorwurfs geraten. Weder die Vereinsführung noch die Mannschaft noch die Mehrzahl der Fans folgen offenen rassistischen oder neonazistischen Ansichten. Allerdings fehlt bisher der laut vernehmbare Widerspruch der demokratischen Fans und der Vereinsführung!

Wir erwarten, dass Gruppierungen im Umfeld des CFC, die klar rassistisch, neonazistisch oder in sonstiger Form menschenverachtend auftreten, Auftritts- und Hausverbot für das Stadion des CFC erhalten. Wir sind davon überzeugt, dass der CFC sich seiner Verantwortung bewusst und künftig besser gerecht wird. Wir zählen darauf, dass der Verein in Demokratie und Toleranz fördernde Projekte investiert. Wir nehmen die Staatsregierung und den Ministerpräsidenten beim Wort, den CFC wie alle anderen sächsischen Sportvereine dabei zu unterstützen, die Stadien zu Foren einer toleranten, gegenseitig respektvollen und fairen Kultur zu entwickeln.“