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Schaper: Diabetes-Erkrankungen lassen sich zurückdrängen – wenn die Landesregierung endlich handelt

 

Heute hörte der Sozialausschuss Sachverständige zu den Anträgen der Fraktion DIE LINKE „Aufbau eines Nationalen Diabetes-Registers unterstützen!“ (Drucksache 6/14580) und „Gründung eines Sächsischen Diabetes-Beirates initiieren!“ (Drucksache 6/15600). Zur Anhörung erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin Susanne Schaper:

„Wir sehen die Ansinnen unserer Anträge bestätigt. In Sachsen leben schätzungsweise 11,5 Prozent der Bevölkerung mit Diabetes – im Bundesländervergleich der höchste Wert. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken. Diabetes ist auch ein Grund dafür, dass Sachsen die im Bundesvergleich zweithöchste Herzinfarktmortalität aufweist. Grund genug zu handeln – auch weil viele Betroffene von ihrer Erkrankung nichts wissen. Das ist besonders tragisch, da jedes zweite an einem Typ1-Diabetes neuerkrankte Kind auf Grund von zu später Diagnose eine lebensbedrohliche Ketoazidose entwickelt.

Diabetes kann man nicht heilen, aber man kann die Häufigkeit der Erkrankung reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, auch indem man Folgeerkrankungen vermeidet. Ohne belastbare Zahlen lassen sich aber nur schwer Konzepte erarbeiten. Deshalb sollte die Staatsregierung darauf hinwirken, dass die gesetzliche Grundlage für den Aufbau eines Nationalen Diabetes-Registers geschaffen wird. Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert ein solches Instrument. Es wäre ein wesentlicher Beitrag, um die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigte „nationale Diabetesstrategie“ (S. 98) mit Leben zu erfüllen. Bis dahin ist durch Landesmittel sicherzustellen, dass das Kinder-Diabetes-Register in der erforderlichen Qualität und Quantität fortgeführt werden kann. Dass die Finanzierung perspektivisch von der TU Dresden und Universität Leipzig gestemmt werden soll, ist nicht zielführend.

Außerdem sollte ein Sächsischer Diabetes-Beirat geschaffen werden, der die Regierung berät und sich insbesondere mit Früherkennung, Prävention und Versorgung befasst. Er soll zur landesweiten Abstimmung und zum gemeinsamen Vorgehen der Beteiligten beitragen. Auch die Sachverständigen haben die Notwendigkeit eines solchen Gremiums bekräftigt. Es gibt dazu gute Beispiele etwa aus Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Einen strukturierten Dialog mit den zuständigen Ministerien aus anderen Ländern würden die Sachverständigen ebenso begrüßen wie wir.

Dass die CDU-Fraktion in der Anhörung sehr zurückhaltend agiert hat, werte ich als Zeichen ihres mangelnden Interesses an diesem wichtigen Thema.“