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Schaper: Hilfsfristen im Rettungsdienst in ganz Sachsen nicht eingehalten – im lebensbedrohlichen Notfall zählt jede Sekunde!

 

Zur Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Notarztdienste 2017 und 2018 in Sachsen“ (Landtags-Drucksache 6/18075) erklärt die Fragestellerin und gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag Susanne Schaper:

Die Zahl der unbesetzten Zwölfstunden-Notarztdienste hat im Vergleich zum Vorjahr zwar abgenommen, liegt aber mit 1.297,5 immer noch über dem Wert von 2015, nämlich 1.153 (siehe Große Anfrage „Rettungsdienst und Notfallmedizin im Freistaat Sachsen“, Parlaments-Drucksache 6/4892 von 2016)

Besonders gravierend: Eigentlich soll die Hilfsfrist von zwölf Minuten laut gesetzlich begründetem Sächsischem Landesrettungsdienstplan, Punkt 5.2., in 95 Prozent aller Notfälle eingehalten werden. Diese Quote wird aber in ganz Sachsen unterschritten. Besonders tragisch ist die Situation im Landkreis Leipzig, wo die Hilfsfrist nur in rund 65 Prozent der Fälle eingehalten werden konnte. Doch auch im Landkreis Nordsachsen (70,45 Prozent, 1. Halbjahr 2018) oder in der Stadt Leipzig (73,90%, 2. Halbjahr), den Landkreisen Görlitz (75,11 Prozent), Meißen (76,01 Prozent) und Bautzen (76,45 Prozent, alle 2. Halbjahr 2018) kann man nur hoffen, dass niemand einen lebensbedrohlichen Notfall erleidet. Denn in einem solchen zählt jede Sekunde. 1)

Wie schon die Große Anfrage „Rettungsdienst und Notfallmedizin im Freistaat Sachsen“ offenbarte, scheint die Staatsregierung wenig Interesse zu haben, daran etwas zu ändern. Statt selbst aktiv zu werden und Initiativen zu ergreifen, schiebt man den schwarzen Peter den Rettungsdiensten zu und tut nichts, um diese zumindest bei der Einhaltung der Hilfsfristen zu unterstützen. Man hätte auch nur unserem damaligen Entschließungsantrag zustimmen können, um zumindest den Willen zu zeigen, etwas an der Situation ändern zu wollen. Den haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rettungsdienste, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern sowie Notärztinnen und Notärzten gilt unser Dank für ihre ständige unermüdliche Einsatzbereitschaft. Sie lässt die Staatsregierung im Stich, ebenso wie die Menschen, die auf dringende Hilfe angewiesen sind.

1) Die Hilfsfristeinhaltung der Träger des Rettungsdienstes im 2. Halbjahr 2018 (s. Anlage der 3 der Kleinen Anfrage): 1. Rettungszweckverband Südwestsachsen 91,36%; 2. Landeshauptstadt Dresden 90,36%; 3. Landkreis Mittelsachsen: 86,35%; 4. Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge 83,16%; 5. Rettungszweckverband Chemnitz-Erzgebirge 83,12%; 6. Landkreis Bautzen 76,45%, 7. Landkreis Meißen 76,01%; 8. Landkreis Görlitz: 75,11%;; 9. Stadt Leipzig 73,90%; 10. Landkreis Nordsachsen 72,88%; 11. Landkreis Leipzig: 65,78%.