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Schaper / Kagelmann: Wildschweinpopulation in Sachsen wirksam regulieren – auch der Wolf sollte mithelfen dürfen

 

Zur Antwort auf die Kleine Anfrage „Bejagung von Wildschweinen in Sachsen“ (Drucksache 6/15393) erklären die tierschutzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, und die agrarpolitische Sprecherin Kathrin Kagelmann:

Der Wildschweinbestand in Sachsen nimmt zu – ein Indiz dafür ist laut der Staatsregierung die Tatsache, dass heute fast dreimal so viel Schwarzbild erlegt wird wie noch vor 20 Jahren. Wurden 1998/1999 noch 16.825 Tiere geschossen, waren es 2017/2018 schon 45.318. Trotzdem scheint sich Population nicht zu verkleinern. Eine stärkere Bejagung ist kein Allheilmittel.

Die Landesregierung weist zu Recht darauf hin, dass sich damit auch das Verbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest erhöht. Ein anderes Problem, dass sich aus einem zu großen Bestand ergibt, sind Schäden beispielsweise an Fußballplätzen, die von den Schwarzkitteln umgepflügt wurden und von den Kommunen wieder hergestellt werden müssen. Das traf allein im letzten Jahr drei Chemnitzer Vereine (TSV IFA Chemnitz, ESV LOK Chemnitz, Sportfreunde Süd Chemnitz). Und längst nicht nur auf Fußballplätzen richten Wildschweine Schäden an, sondern beispielsweise auch an Kleingärten.

Es gilt also, den Bestand wirksam zu regulieren. Da ist vor allem die Landwirtschaft gefragt. Denn die intensive Flächenbewirtschaftung mit riesigen Maisschlägen und die Erwärmung aufgrund des Klimawandels sind wesentliche Ursachen dafür, dass Wildschweine sich übermäßig gut vermehren können. Mehr Vielfalt auf den Feldern würde also auch gegen eine Wildschweinplage helfen. Nicht zu vergessen ist übrigens auch der Beitrag des Wolfes zur Eindämmung der Wildschweinvermehrung!