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Schaper: Krankenhauslandschaft neu ausrichten, anstatt über Schließungen zu diskutieren – die wären töricht

 

Zur Forderung der Bertelsmann-Stiftung, in Deutschland mehr als 800 der 1.400 Krankenhäuser zu schließen, erklärt die gesundheits- und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Susanne Schaper:

„Gerade in der Gesundheitspolitik ist schlecht beraten, wer ausschließlich auf die nackten Zahlen schaut! Krankenhäuser sollen nicht vor allem Gewinn erwirtschaften, sondern die Bevölkerung gut versorgen. Das gelingt nicht, wenn neue Schneisen in die ohnehin schon oft defizitäre Versorgungslandschaft geschlagen werden. Gerade auf dem Lande zwingt schon der Haus- und Fachärztemangel dazu, die Krankenhausstruktur zu erhalten und sie neu auszurichten.

Krankenhäuser tragen entscheidend zur nichtstationären Versorgung bei und ihre Bedeutung wird wachsen. Weitere Gesundheitszentren sind nötig. In Zeiten des Fachkräftemangels schafft nur sektorenübergreifende Zusammenarbeit mehr Freiraum. Es wäre deshalb töricht, vorhandene Strukturen zu zerstören. Spezialbehandlungen lassen sich an bestimmten Orten konzentrieren, an denen die Expertise und Kapazitäten vorgehalten werden. Die Grundversorgung, auch mit ambulanten Angeboten, wird aber künftig noch stärker durch die Krankenhäuser zu leisten sein, damit sie einigermaßen wohnortnah erfolgt. Die Rahmenbedingungen lassen es einfach nicht zu, Krankenhäuser in Sachsen dichtzumachen. Die Telemedizin und mobile Angebote wie rollende Arztpraxen sind bei weitem noch nicht ausreichend entwickelt. Die Notaufnahmen haben keine Kapazität, um Schließungen zu kompensieren. Auch das Rettungswesen wäre anzupassen.

Sachsens Staatsregierung hat es in der aktuellen Legislaturperiode nicht einmal fertig gebracht, ein neues Krankenhausgesetz vorzulegen. Dabei ist der Reformbedarf klar: Seit Jahren monieren die Sächsische Krankenhausgesellschaft und wir die mangelhafte Investitionsfinanzierung durch den Freistaat und die überbordende Bürokratie. Das DRG-Fallpauschalensystem setzt Krankenhäuser unter Druck, auf Behandlungen bzw. Fallkonstellationen zu setzen, die bestmögliche Einnahmen bringen. Für uns ist klar: Weiteren Privatisierungen im Gesundheitswesen ist Einhalt zu gebieten. Kommunale Krankenhäuser und Krankenhäuser in Trägerschaft gemeinnütziger Organisationen müssen so finanziert werden, dass sie für die Patienten eine Grundversorgung in hoher Qualität erfüllen können.“