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Schaper: Neuer Höchstwert bei Borreliose-Erkrankungen – Landesregierung sieht dennoch keinen Handlungsbedarf!

 

2016 hatte die Zahl der Borreliose-Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr bereits explosionsartig zugenommen – mit 2.119 wurden fast 800 Borreliose-Fälle mehr gemeldet als 2014 (1.362, Drucksache 6/2105) und 2015 (1.355, Drucksache 6/5794). 2017 gab es schon 1.882 Fälle (Drucksache 6/14200). 2018 erreichte der Wert mit 2.146 Borreliose-Erkrankungen einen neuen Höchstwert. Dazu und zur Antwort auf ihre aktuelle Kleine Anfrage „Borreliose-Erkrankungen in Sachsen im Jahr 2018“ (Drucksache 6/18078) erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Susanne Schaper:

„Obwohl die Zahl der Borreliose-Erkrankungen dramatisch zugenommen hat, sieht die Staatsregierung keinen Handlungsbedarf, um besser über Zeckenstiche und Prävention aufzuklären. Laut der Antwort auf meine Anfrage zu den Borreliose-Erkrankungen in Sachsen im Jahr 2014 (Drucksache 6/2105) hat sich von 1997 bis 2007 der Anteil der Zecken mit Borreliose-Erregern nicht geändert. Ob das immer noch der Fall ist, wissen wir nicht, da es augenscheinlich keine neuere Untersuchung dazu gibt. Wenn wir aber davon ausgehen, dass der Anteil der Zecken mit Borreliose-Erregern immer noch auf dem Stand von 2007 ist, dann muss das im Umkehrschluss heißen, dass insgesamt und von diesen Zecken mehr Menschen gebissen wurden. Das heißt: Weder die Informationen zum Impfschutz noch zum Schutz vor Zeckenstichen allgemein scheinen im notwendigen Maß bei der Bevölkerung anzukommen.

Anstatt also auf zwölf Jahre alte Daten zu verweisen, sollte die Regierung eine erneute Untersuchung beauftragen, ob sich der Anteil der Zecken mit Borreliose- und FSME-Erregern nicht doch mittlerweile geändert hat. Auch sollte nochmal geprüft werden, ob die Informationsbroschüren und Informationskampagnen den gewünschten Effekt erzielen. Borreliose ist keine harmlose Krankheit, sondern sie kann schwere Folgeerkrankungen wie lebensgefährliche Herzmuskelentzündungen nach sich ziehen.

Der Freistaat muss zudem den Öffentlichen Gesundheitsdienst wieder handlungsfähig machen, der in den letzten Jahren kaputtgespart worden ist, damit er seine Präventionsaufgabe besser erfüllen kann. Andererseits sind Kommunen in Risikogebieten stärker zu unterstützen, damit sie Schutzmaßnahmen umsetzen können – etwa das regelmäßige Mähen von Hundewiesen, denn auch Haustiere können die gefährlichen Tiere weitertragen.“