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Schaper: Sachsen auf Großschadenslagen vorbereiten – Landeszentralstelle für Psychosoziale Notfallversorgung schaffen!

 

Mit einem Gesetzentwurf (Drucksache 6/10491) hat die Linksfraktion im Landtag heute unter anderem eine Zentralstelle für Fragen der psychosozialen Notfallversorgung gefordert. Dazu erklärt Susanne Schaper, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Noch Ende September 2017 war das Innenministerium der Auffassung, es seien keine Defizite bei der Vernetzung der psychosozialen Angebote bekannt. Dabei hatte sich längst die Initiativgruppe Landeszentralstelle Psychosoziale Notfallversorgung an die Öffentlichkeit gewandt. Sie fordert eine landesweit zuständige Stelle, die für regionale Vernetzung der Helfer sorgt, Führungskräfte ausbildet und die Qualität in der psychosozialen Notfallversorgung sichert. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt die Errichtung von Landeszentralstellen für Psychosoziale Notfallversorgung in den Ländern. Elf Bundesländer sind diesen Empfehlungen gefolgt – Sachsen bislang nicht.

Wir haben im Freistaat 22 Teams für Psychosoziale Notfallversorgung und ungefähr 500 Einsatzkräfte, von denen lediglich 12 Personen hauptamtlich tätig sind. Sie alle führen rund 1.200 Einsätze im Jahr durch. Es sind vor allem Ehrenamtliche, die zum Teil in drei Monaten bis zu 300 Stunden erbringen und in diesem Zeitraum mit ihren privaten Pkw über 2.500 Kilometer fahren, um zu den Einsatzorten zu gelangen. Bei den Jahrhunderthochwassern 2002 und 2013 traten die Defizite deutlich zu Tage. So musste 2002 ein externer Fachberater beauftragt werden, der die Versorgungslandschaft überhaupt nicht kannte. 2013 wurden kostenpflichtig PSNV-Teams aus anderen Bundesländern angefordert, weil man nicht wusste, dass noch sächsische Kräfte einsatzbereit gewesen wären. Die von uns vorgeschlagene Landeszentralstelle würde solche unnötigen Kosten verhindern und dazu beitragen, dass die Versorgungsqualität besser wird. Zudem sind einheitliche Ausbildungsstandards notwendig.

Sachsen ist bisher nicht auf Großschadenslagen und Katastrophenfälle vorbereitet. Vorhandene Strukturen genügen nicht bundesweiten Standards. Angesichts immer extremer werdender Wetterlagen ist davon auszugehen, dass Großschadenslagen wahrscheinlicher werden – zuletzt haben wir das im Vogtland erlebt. Stärken wir denen den Rücken, die für uns stark sind!

Im Innenausschuss haben die Fraktionen bereits einstimmig für eine solche Landeszentralstelle ausgesprochen. Heute hat die Koalition die Möglichkeit, nicht nur den Mund zu spitzen, sondern auch zu pfeifen.