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Sodann: „Konzept“ für kulturelle Bildung ist Wunschkonzert – Anteil des Landes an Musikschulen-Finanzierung sinkt

 

Anlässlich der heutigen Landtagsdebatte um die Fachregierungserklärung zur kulturellen Bildung erklärt Franz Sodann, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag (ganze Rede HIER):

Heute redet die Staatsregierung davon, dass auch die Kinder und Jugendlichen in den ländlichen Regionen Kulturzentren, Theater und Museen ohne Benachteiligung erreichen sollen. Und sie sieht ein, dass im ländlichen Raum ein Gefühl des Abgehängtseins und der Perspektivlosigkeit entstanden ist. Den Kindern dort gelingt die kulturelle Teilhabe schwieriger als in den urbanen Zentren, weil Nahverkehrsanbindungen fehlen und Mobilität dadurch höhere Kosten verursacht. Und wenn sie dann zu dem Schluss kommt, dass all dies ein Ende haben muss, kann ich der Staatsregierung nur zu dieser Erkenntnis gratulieren.

Die Koalition hat die Folgen ihrer Politik der jahrelangen Vernachlässigung der ländlichen Räume und der Kulturschaffenden in diesen wohl erkannt. Ohne umfangreiche Verbesserung der Finanzierung der Musikschulen und kulturellen Angeboten im kommenden Haushalt bleiben die Bekenntnisse der Staatsregierung aber ein Feigenblatt ohne Wirkung.

Dass die Koalition bei der kulturellen Bildung nicht am großen Rad dreht, ist bekannt. Aber ihre Politik der kleinen Schritte hat Effekte, nämlich negative: Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse. Nicht nur an den Musikschulen. Auch die Absenkung des Finanzierungsanteils des Landes am Etat der Musikschulen von 14 auf 10,6 Prozent in den vergangenen Jahren ist ein solcher Effekt, der dazu passt, dass der Kultur-Anteil am Landeshaushalt seit Jahren sinkt: von 2,4 Prozent im Jahr 2010 auf 2,07 Prozent 2016. Dazu gehören auch Solo-Selbstständige, die mit 900 Euro netto im Monat in der kulturellen Bildung arbeiten – daran wird sich durch dieses Konzept, das leider nur ein Wunschkonzert ist, nichts ändern.