Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

„Lehrerausbildung stärken – Studienabbrecherzahl minimieren!“

Rede von MdL René Jalaß zum Antrag der Fraktion AfD in Drs 6/16485 mit Stellungnahme der Staatsregierung

088. Sitzung des 6. Sächsischen Landtages, 13.03.2019

Es gilt das gesprochene Wort!

 

Sehr geehrter Herr Präsident,

werte Damen und Herren Abgeordnete!

Ihr Antrag in Punkt 1zeigt: Sie lesen meine Kleinen Anfragen und arbeiten damit. Das ist gut. Dann sind sie abgelenkt und hetzen mal kurz nicht gegen Geflüchtete.

Sie stellen den Antrag auf Bericht der Staatsregierung. Hier wurde schon in der Antwort zu meiner Anfrage festgestellt:

ZITAT „Studierende, die ihr Studium abbrechen, werden bislang in keiner amtlichen Statistik erfasst, weil dazu die gesetzlichen Grundlagen fehlten. Wenn die Neuerungen des novellierten Hochschulstatistikgesetzes greifen, wird erwartet, dass dann entsprechende Zahlen im Rahmen der Studienverlaufsstatistik vorliegen werden.“ ZITAT-ENDE.

Das betrachte ich also zunächst als erledigt.

Zu Punkt 2:

Dass ausgerechnet die AfD eine Studie einfordert, mahnt nun zur Vorsicht. Über die Mitte-Studie der Universität Leipzig twitterte ihr Partei-Storch beispielsweise: ZITAT "Ein schönes Beispiel für ideologisch beeinflusste Pseudoforschung zur Verblödung der Massen." ZITAT-ENDE Durch Studien erhalten wir wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, das ist eine feine Sache. Aber: Was passiert denn, wenn die Ergebnisse einer solchen Studie dann wieder nicht in ihr Weltbild passen?

Zu Punkt 3:

Das Image bzw. die Wertschätzung des Lehrer*innenberufs soll unter Abiturient*innen verbessert werden. Deshalb soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden. In der sind dann aber keine Abiturient*innen. Auch die Aufgaben der Arbeitsgruppe beinhalten keine Auseinandersetzung mit den Erwartungen der Schüler*innen an das Studium. Im Gegenteil: Es soll sogar geprüft werden, ob nicht verbindliche Zulassungsprüfungen eingeführt werden sollen. Also eine weitere Hürde, die zu den bestehenden hinzukommt.

Herzlichen Glückwunsch…  An welchem Lack muss ich eigentlich schnüffeln, um irgendwann mal hinter ihre Logik zu steigen?

Sie wollen Studienabbruchquoten im Lehramtsstudium senken. Studienabbrüche sind grundsätzlich immer bedauerlich, nicht nur im Lehramtsstudium. In jeder Debatte, die die Gründe für Studienabbrüche zum Thema hatte, sind sie Teil des Problems: In jeder Debatte, geht es ihnen nur um die Leistungsorientierung. Sie wollen weder ein gerechtes BAföG, weder eine Senkung des Leistungsdrucks auf die Studierenden und das Konstrukt der Regelstudienzeit wird von ihnen auch nicht hinterfragt. Ganz im Gegenteil finden sie es dufte, wenn Studierende neben dem Studium noch arbeiten gehen müssen, wir seien ja schließlich eine Leistungsgesellschaft. Schwachsinn ist das und offenbart nur die elitäre Ideologie, die hinter diesem Antrag steckt. Aber nicht mit uns! Wir wollen offene und vielfältige Hochschulen für alle.

Zu guter Letzt: Sie wollen das Image des Lehrer*innenberufs in Sachsen steigern, sie wollen für den Beruf motivieren. Korrigieren Sie mich, wenn ich wirklich meilenweit daneben liegen sollte, aber dieses denunziatorische Hetzportal, dieser Lehrer-Pranger, wird laut Impressum von Ihnen betrieben, ist das korrekt?

Ich fasse also zusammen: Ihr Antrag ist schlichtweg ein abgrundtiefes Lügenwerk, pure Heuchelei und sie schlagen mit ihrer Politik allen Studierenden, nicht nur im Lehramt, mit Anlauf ins Gesicht.

Sie werden es vielleicht erraten haben: Wir lehnen ihren verlogenen Antrag ab!