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Franz Sodann: Sachsenburg-Kommandantenvilla wird abgerissen – Gutachten veröffentlichen und Folgen für die Gedenkstätte klären!

DIE LINKE. Sachsen

Der Betriebsausschuss des Eigenbetriebes Immobilien der Stadt Frankenberg hat gestern einstimmig die Bauleistungen für den Abriss der Kommandantenvilla des früheren KZ Sachsenburg vergeben. Es seien Fotos „herumgereicht“ und ein Gutachten zitiert worden, welche die Ausschussmitglieder davon überzeugt hätten, das Gebäude müsse bis auf die Bodenplatte abgetragen werden, berichtet die „Freie Presse“. Franz Sodann, Sprecher der Linksfraktion für Kulturpolitik, hat große Bedenken:

„Seit Jahren ringen viele Engagierte vor Ort und auch wir darum, dass das frühere Konzentrationslager Sachsenburg zur Gedenkstätte wird. Dafür stehen auch Bundesmittel in Aussicht. Es ist weiter unklar, welche Folgen der Abriss der Kommandantenvilla für das Gedenkstättenkonzept und dessen Förderung haben wird. Unklar ist außerdem, was nach dem Abriss neu entstehen soll. Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich will die Villa offensichtlich trotzdem schnell loswerden, möglicherweise auch um den Preis, dass die Gedenkstätte insgesamt in Gefahr gerät – oder gerade deswegen? Wir sind skeptisch, ob seine Aussagen glaubwürdig sind. Mindestens muss nun das zitierte Gutachten inklusive aller Fotos unverzüglich veröffentlicht werden!

Für sein Vorgehen hat der Bürgermeister jetzt die Zustimmung von CDU und AfD erhalten – weitere Fraktionen konnten nach unserer Kenntnis bei der gestrigen Ausschusssitzung aus Termingründen nicht anwesend sein. Das ist alarmierend, denn ein Scheitern der Bundesförderung und damit der Gedenkstätte wäre ein gravierender Rückschlag für die Erinnerungskultur. Die Staatsregierung muss sich schnellstens äußern und aufklären, was der Abriss der Kommandantenvilla für die Gedenkstätten-Förderung bedeutet.

Nirgends war die Dichte der ,Frühen Konzentrationslager‘ mit 103 Lagern in 80 Städten höher als in Sachsen. Für dieses dunkle Vermächtnis sächsischer Geschichte gibt es keinen zentralen Erinnerungs- und Bildungsort. Dabei kommt dem KZ Sachsenburg als einem der ersten Lager eine besondere Rolle zu. Es bildete die Grundlage für die späteren Konzentrations- und Vernichtungslager. Hier wurden SS-Wachmannschaften ausgebildet, welche ihr erlerntes Folterwissen u.a. nach Buchenwald und Sachsenhausen exportierten.“

Pressemeldungen

DIE LINKE. Sachsen

Franz Sodann: Sachsenburg-Kommandantenvilla wird abgerissen – Gutachten veröffentlichen und Folgen für die Gedenkstätte klären!

 

Der Betriebsausschuss des Eigenbetriebes Immobilien der Stadt Frankenberg hat gestern einstimmig die Bauleistungen für den Abriss der Kommandantenvilla des früheren KZ Sachsenburg vergeben. Es seien Fotos „herumgereicht“ und ein Gutachten zitiert worden, welche die Ausschussmitglieder davon überzeugt hätten, das Gebäude müsse bis auf die Bodenplatte abgetragen werden, berichtet die „Freie Presse“. Franz Sodann, Sprecher der Linksfraktion für Kulturpolitik, hat große Bedenken:

„Seit Jahren ringen viele Engagierte vor Ort und auch wir darum, dass das frühere Konzentrationslager Sachsenburg zur Gedenkstätte wird. Dafür stehen auch Bundesmittel in Aussicht. Es ist weiter unklar, welche Folgen der Abriss der Kommandantenvilla für das Gedenkstättenkonzept und dessen Förderung haben wird. Unklar ist außerdem, was nach dem Abriss neu entstehen soll. Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich will die Villa offensichtlich trotzdem schnell loswerden, möglicherweise auch um den Preis, dass die Gedenkstätte insgesamt in Gefahr gerät – oder gerade deswegen? Wir sind skeptisch, ob seine Aussagen glaubwürdig sind. Mindestens muss nun das zitierte Gutachten inklusive aller Fotos unverzüglich veröffentlicht werden!

Für sein Vorgehen hat der Bürgermeister jetzt die Zustimmung von CDU und AfD erhalten – weitere Fraktionen konnten nach unserer Kenntnis bei der gestrigen Ausschusssitzung aus Termingründen nicht anwesend sein. Das ist alarmierend, denn ein Scheitern der Bundesförderung und damit der Gedenkstätte wäre ein gravierender Rückschlag für die Erinnerungskultur. Die Staatsregierung muss sich schnellstens äußern und aufklären, was der Abriss der Kommandantenvilla für die Gedenkstätten-Förderung bedeutet.

Nirgends war die Dichte der ,Frühen Konzentrationslager‘ mit 103 Lagern in 80 Städten höher als in Sachsen. Für dieses dunkle Vermächtnis sächsischer Geschichte gibt es keinen zentralen Erinnerungs- und Bildungsort. Dabei kommt dem KZ Sachsenburg als einem der ersten Lager eine besondere Rolle zu. Es bildete die Grundlage für die späteren Konzentrations- und Vernichtungslager. Hier wurden SS-Wachmannschaften ausgebildet, welche ihr erlerntes Folterwissen u.a. nach Buchenwald und Sachsenhausen exportierten.“