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Sarah Buddeberg: Für eine inklusive Arbeitswelt – Zugangshürden abbauen und Werkstattsystem verändern!

DIE LINKE. Sachsen

Der Landtag berät heute über die Große Anfrage der Linksfraktion „Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt“ (Drucksache 7/10373). Die Fraktion hat im Frühjahr zwei Fachveranstaltungen durchgeführt, in denen es um Perspektiven der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und um Inklusionsfirmen sowie inklusive Arbeitsplätze ging. Der daraus abgeleitete Entschließungsantrag (Drucksache 7/13555) wird heute ebenfalls im Landtag debattiert. Dazu erklärt die inklusionspolitische Sprecherin Sarah Buddeberg:

„Erwerbsarbeit und das entsprechende Einkommen sind zentral für die soziale Teilhabe. Leider sind Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt benachteiligt. Das beginnt schon in der Schule, die sie häufiger ohne Abschluss verlassen. Nur etwa die Hälfte der Menschen mit Behinderungen in Sachsen ist erwerbstätig, lediglich ein Drittel kann vom Erwerbseinkommen leben und etwa 22 Prozent sind armutsgefährdet. Arbeitslosigkeit dauert bei ihnen oft länger als bei Menschen ohne Behinderungen.

Häufig bleibt nur die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Dies mag für einige Menschen passen, andere wünschen sich aber Alternativen. Der Übergang auf den Arbeitsmarkt gelingt jedoch nur 0,15 Prozent der Werkstattbeschäftigten. Die WfbM müssen verändert werden, um ihre berufliche Aus- und Weiterbildungsfunktion zu stärken, die Entlohnung zu verbessern und Wahlfreiheit zu ermöglichen! Dafür sollten Alternativen wie Außenarbeitsplätze, Inklusionsfirmen, Zuverdienstfirmen oder unterstützte Beschäftigung besonders gefördert werden. Auch die Unternehmen müssen stärker in die Pflicht genommen werden, anstatt nur Ausgleichsabgaben zu zahlen, wenn sie keine Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Viele Betriebe wünschen sich Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Personen. Dafür sollte die Staatsregierung eine Verbindungsstelle für inklusive Arbeit schaffen, die Kontakte vermittelt, für die effektive Verwendung von Teilhabeleistungen sorgt und Beschäftigung begleitet.

Für Menschen mit Behinderungen wünschen wir uns mehr Empowerment und Aufklärung über ihre Rechte und Möglichkeiten. In Peer-Workshops mit geeignetem Schulungsmaterial soll vermittelt werden: ,Wir können mehr!‘“

Hintergrund

Die zehn Forderungen des Entschließungsantrags in komprimierter Form gibt es hier, außerdem hier die Zusammenfassung der Antworten auf die Große Anfrage in leichter Sprache.

Pressemeldungen

DIE LINKE. Sachsen

Sarah Buddeberg: Für eine inklusive Arbeitswelt – Zugangshürden abbauen und Werkstattsystem verändern!

 

Der Landtag berät heute über die Große Anfrage der Linksfraktion „Inklusion von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt“ (Drucksache 7/10373). Die Fraktion hat im Frühjahr zwei Fachveranstaltungen durchgeführt, in denen es um Perspektiven der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und um Inklusionsfirmen sowie inklusive Arbeitsplätze ging. Der daraus abgeleitete Entschließungsantrag (Drucksache 7/13555) wird heute ebenfalls im Landtag debattiert. Dazu erklärt die inklusionspolitische Sprecherin Sarah Buddeberg:

„Erwerbsarbeit und das entsprechende Einkommen sind zentral für die soziale Teilhabe. Leider sind Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt benachteiligt. Das beginnt schon in der Schule, die sie häufiger ohne Abschluss verlassen. Nur etwa die Hälfte der Menschen mit Behinderungen in Sachsen ist erwerbstätig, lediglich ein Drittel kann vom Erwerbseinkommen leben und etwa 22 Prozent sind armutsgefährdet. Arbeitslosigkeit dauert bei ihnen oft länger als bei Menschen ohne Behinderungen.

Häufig bleibt nur die Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Dies mag für einige Menschen passen, andere wünschen sich aber Alternativen. Der Übergang auf den Arbeitsmarkt gelingt jedoch nur 0,15 Prozent der Werkstattbeschäftigten. Die WfbM müssen verändert werden, um ihre berufliche Aus- und Weiterbildungsfunktion zu stärken, die Entlohnung zu verbessern und Wahlfreiheit zu ermöglichen! Dafür sollten Alternativen wie Außenarbeitsplätze, Inklusionsfirmen, Zuverdienstfirmen oder unterstützte Beschäftigung besonders gefördert werden. Auch die Unternehmen müssen stärker in die Pflicht genommen werden, anstatt nur Ausgleichsabgaben zu zahlen, wenn sie keine Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Viele Betriebe wünschen sich Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Personen. Dafür sollte die Staatsregierung eine Verbindungsstelle für inklusive Arbeit schaffen, die Kontakte vermittelt, für die effektive Verwendung von Teilhabeleistungen sorgt und Beschäftigung begleitet.

Für Menschen mit Behinderungen wünschen wir uns mehr Empowerment und Aufklärung über ihre Rechte und Möglichkeiten. In Peer-Workshops mit geeignetem Schulungsmaterial soll vermittelt werden: ,Wir können mehr!‘“

Hintergrund

Die zehn Forderungen des Entschließungsantrags in komprimierter Form gibt es hier, außerdem hier die Zusammenfassung der Antworten auf die Große Anfrage in leichter Sprache.