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241/2016: Frauenabteile sind veraltet und nutzlos

Böhme: Staatsregierung ohne Haltung zum Thema Sicherheit im Bahnverkehr / Frauenabteile gaukeln Sicherheit nur vor

Im Regional-Express zwischen Leipzig und Chemnitz hat die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) spezielle Abteile für Frauen eingerichtet. Marco Böhme, Sprecher für Mobilitätspolitik der Fraktion DIE LINKE, hat die Einschätzung der Regierung erfragt und kommentiert deren Antwort (Drucksache 6/4691): 

Die Mitteldeutsche Regiobahn setzt auf dieser Strecke veraltete Züge ein. Deren Abteile bieten auch Straftätern Räume für kriminelle Handlungen – das ist der Kern des Problems. Die MRB gibt mit den Frauenabteilen eine wiederum veraltete Antwort, die Sicherheit vorgaukelt. Wenn sich kein Zugbegleiter blicken lässt, nützt das Frauenabteil nichts, weil sich im Fall der Fälle auch männliche Straftäter hineinsetzen können.  

Zwischen 2006 und 2015 wurden im Rahmen des Bahnverkehrs 958 Straftaten mit insgesamt 1.151 Opfern erfasst, vor allem Körperverletzungen, gefährliche Körperverletzungen und Raubstraftraten. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Trotz der Bundeszuständigkeit kann auch auf landespolitischer Ebene mehr für Sicherheit im Zug gesorgt werden. Die Staatsregierung hat aber weder eine Haltung zu den Frauenabteilen noch eigene Konzepte für mehr Sicherheit im Öffentlichen Nahverkehr. 

Der Freistaat stellt den ÖPNV-Zweckverbänden hunderte Millionen Euro zur Verfügung. Er sollte Qualitätskriterien einfordern, die die Zweckverbände bei Ausschreibungen durchzusetzen haben. Dabei sollte es nicht nur wie bisher um Fahrkomfort, Barrierefreiheit oder den Fahrkartenverkauf gehen, sondern auch um Sicherheitsaspekte! Dabei ist es entscheidend, dass im Nahverkehr Großraumabteile eingesetzt werden, die – anders als Abteilaufgliederungen – nicht zu Angsträumen führen. Helfen können zudem nur gut geschultes Personal an Bord und eine ausreichende Polizeipräsenz in Streckennähe auch nachts, damit Täter nicht fliehen können.