Antonia Mertsching: Der Kohleausstieg führt nicht zu Massenarbeitslosigkeit – im Gegenteil: Wir brauchen Fachkräfte!

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Heute hörte der Regionalausschuss auf Antrag der Linksfraktion (Drucksache 7/13752) Sachverständige zur Frage, wie das Ende der Braunkohleverstromung den Arbeits- und Fachkräftebedarf verändert. Antonia Mertsching, Lausitzer Abgeordnete und Sprecherin für Strukturwandel, erklärt:

„Die Anhörung hat gezeigt: Das Ende der Braunkohleverstromung in der Lausitz wird nicht zu großer Arbeitslosigkeit in der Region führen, ganz im Gegenteil. Schon heute fehlen die Fachkräfte. Bereits jetzt entscheiden sich große Unternehmen gegen eine Ansiedlung in der Lausitz, weil sie nicht wissen, woher die benötigten Arbeitskräfte kommen sollen. Statt weiterhin das Schreckensbild zu malen, dass nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung viele Arbeitskräfte abwandern würden, müssen schon heute Maßnahmen ergriffen werden, damit die Lausitz attraktiver für Zuzügler wird. Sachverständige prognostizieren auch keinen Wertschöpfungsverlust. Das ursprüngliche Ziel, Ersatzarbeitsplätze für Kohlekumpel zu schaffen, sei angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung überholt.

Rechnet man zusammen, wie viele Jobs in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz durch die bereits beschlossenen Projekte zum Strukturwandel entstehen werden, kommt man auf mehr als 20.000 (Lausitz Magazin, Ausgabe 25, S. 104). Diese Zahl steht den 8.278 direkt und 4.967 indirekt Beschäftigten der Braunkohleindustrie im Lausitzer Revier gegenüber (vgl. Frage 280 in der Großen Anfrage „Arbeits- und Fachkräftebedarf in Sachsen“, Drucksache 7/13519). Die Region braucht also viel mehr Arbeitskräfte als bisher für die Kohleindustrie tätig waren!

Nötig sind gut bezahlte Arbeitsplätze. Wir haben bereits Vorschläge unterbreitet, wie beispielsweise die Schienenfahrzeugindustrie in der Lausitz weiter ausgebaut werden kann. Es müssen aber auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich Menschen in der Region wohlfühlen. Dazu gehören eine bessere medizinische Versorgung, eine schnellere Erreichbarkeit mit Bus und Bahn, gute Kitas und vor allem eine Kultur, die zugezogene Menschen mit Offenheit und Respekt begrüßt.“