Linksfraktion kritisiert mangelnde Bestrebungen für Inklusion in Kitas - Marika Tändler-Walenta: Koalitions-Bilanz ernüchternd

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Obwohl im Koalitionsvertrag das Ziel klar formuliert ist, die sächsische Kita-Landschaft hinsichtlich Integration und Inklusion weiterzuentwickeln, bleibt die Realität hinter den Erwartungen zurück. Das zeigt die Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 7/15816) der kitapolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Marika Tändler-Walenta. Sie erklärt:

„Die Bilanz der Kretschmer-Koalition aus CDU, Grünen und SPD ist auch bei diesem Thema ernüchternd. Trotz der Verpflichtung im Koalitionsvertrag, die Inklusion in den Kindertagesstätten voranzutreiben, sind keine Fortschritte spürbar. 2019 gab es noch 14 Kitas für Kinder mit Behinderung, 2023 waren es zwei weniger - obwohl die Gesamtzahl der Kitas gewachsen ist. Am besten ist es, wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen - wie viele solcher inklusiven Kitas in Sachsen existieren, weiß die Staatsregierung allerdings nicht. Das ist ein Armutszeugnis.

Alarmierend ist auch, dass heute weniger pädagogische Fachkräfte für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zur Verfügung stehen: Ihre Zahl sank seit 2019 (1.904) um fast zwei Prozent auf 1.870, nach einem kurzen Hoch im Jahr 2022 (1.960) sogar noch stärker. Es ist inakzeptabel, dass die Koalition hinter ihren Versprechen zurückbleibt und die notwendigen Ressourcen für die inklusive Bildung unserer Kinder nicht bereitstellt. Inklusion darf keine Worthülse sein, sondern sie muss gefördert und unterstützt werden.“

Hintergrund: Formulierung im Koalitionsvertrag

„Die Sächsische Kita-Landschaft werden wir mit Blick auf Integration und Inklusion sowie bei der Sprachförderung weiterentwickeln und dabei die Erfahrungen aus dem Projekt Willkommens-Kitas nutzen. Wir erfüllen den Sächsischen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), erhalten heilpädagogische Kompetenzen, knüpfen das Netz inklusiver Kindertageseinrichtungen dichter und stärken die Inklusion im Hort. […] Wir möchten gewährleisten, dass die Finanzierung inklusiver Kindertagespflege analog zu den Kitas erfolgt.“