Marika Tändler-Walenta: Koalition entlastet Familien nicht und will Kita-Fachkräfte weiter ohne Vergütung ausbilden

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Marika Tändler-Walenta, Sprecherin für Kindertagesstätten, sagt zu den Änderungen der Koalition am Kita-Gesetz und dem Änderungsantrag der Linksfraktion (Drucksache 7/13510):

„Die Koalition verpasst eine weitere Chance, das Kita-System im Sinne der Kinder, Eltern und Beschäftigten grundlegend zu verbessern. Die Kernfragen lauten: Wie gewinnen wir genug Fachkräfte? Und wie entlasten wir die Familien und die Kommunen?

Wir wollen einen klaren Pfad festlegen, um den Personalschlüssel  bis zum Jahr 2030 schrittweise zu verbessern. Dann soll eine Fachkraft in der Krippe rechnerisch 3,1 Kinder, im Kindergarten 7,5 Kinder und im Hort 16,7 Kinder betreuen. Das wird nur möglich sein, wenn genug Nachwuchs ausgebildet wird, der dann auch bleibt. Sachsen muss endlich eine Ausbildungsvergütung einführen. Wer ergreift schon einen Beruf, der mit einer jahrelangen Ausbildung ohne Einkommen verbunden ist?

Außerdem wiederholen wir unsere Forderung aus der Haushaltsdebatte, die Elternbeiträge pauschal abzusenken, um die Eltern zu entlasten. Damit das möglich wird und die Beiträge nicht noch weiter steigen , muss der Freistaat seine Zuschüsse an die Kommunen häufiger anpassen. In Dippoldiswalde zum Beispiel kostet die neunstündige Betreuung eines Krippenkindes die Eltern 311 Euro im Monat plus Essenskosten. Wir wollen die ungekürzten Elternbeiträge um folgende monatliche Pauschalbeträge absenken: 1. ab dem 1. Juli 2023 bei Krippen monatlich um 45 Euro, bei Kindergärten um 30 Euro und bei Horten um 15 Euro; ab dem 1. Januar 2024 monatlich bei Krippen um 60 Euro, bei Kindergärten um 40 Euro und bei Horten um 20 Euro. Andere Bundesländer haben einen Ansatz gefunden, die Eltern zu entlasten – ob mit beitragsfreien Jahren, einem vollständigen Beitragserlass für Geschwisterkinder oder kompletter Beitragsfreiheit wie in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Wir bleiben auch bei unserer Forderung, eine gesunde und vollwertige Mittags- und Vesperversorgung in den Kitas ohne Eigenanteil der Eltern anzubieten.“